Toter Seeadler in Bad Harzburg

Ein großes Problem der Windkraftanlagen ist der fehlende Schutz vor Greifvogel-Kollisionen. Flügelspannweiten von über 100 Metern im Durchmesser (wie bei Freden 1) überstreifen eine Fläche, die größer ist als ein Fußballfeld. Große Greifvögel wie der Seeadler (oder hier in Freden die Restbestände des Rotmilans) schauen nicht nach oben, weil sie dort im Laufe der Evolution keine Angreifer erwarten mussten.

Das führt dazu, dass sie von den Rotorblätter beim Durchfliegen der riesigen Anlagen mit einem Genickschlag getötet werden können. Die Anlagen machen dabei keinen Unterschied zwischen geschützten und ungeschützten Tierarten.

In Bad Harzburg hat eine Windkraftanlage am Radauanger mit ihren Rotoren gezeigt, wie gefährlich die Technik in ihrer jetzigen Form für Greifvögel sein kann. Selbst wenn speziell der Seeadler noch nicht auf der roten Liste steht, ist es schade um das große Tier mit seinen majestätischen 2.40 Metern Flügelspannweite, das dort genau auf diese Weise getötet wurde und neben dem Leben des Tiers auch die Hoffnung auf eine Ansiedlung des Seeadlers in der Region beendete. Vor allem auch ist es auch ein deutliches Mahnzeichen, weil sich einmal mehr zeigt, mit welcher Kraft Windkraftanlagen zuschlagen.

Nach unserer Beobachtung reduziert sich die Zahl der Rotmilane in Freden zunehmend. Ob die Tiere hier in Freden beabsichtigt (oder als Kollateralschaden der Energiewende) sterben oder während ihrer Reise als Zugvogel verenden, kann wohl leider niemand genau sagen. Oft werden Tierkadaver von anderen Tieren (wie Füchsen) gefressen und nie gefunden. Ebenso gibt es (ausdrücklich bisher nicht aus Freden) bestätigte Berichte, dass Tiere bewusst erlegt werden oder Kollisionsopfer von Windkraftanlagen von Betreibern heimlich entsorgt werden sollen. Deutlich in Freden ist allerdings, dass immer weniger Tiere kreisen und das ist bei einer bedrohten Tierart wie dem Rotmilan in jedem Fall kritisch zu bewerten.

Unserer Meinung nach müssen Windkraftanlagen in den heutigen Größenordnungen einen aktiven Schutz bedrohter Tierarten gewährleisten. Eine technische Lösung hierzu müssten Anlagenhersteller und -betreiber als Verursacher der Gefahr für geschützte Tierarten entwickeln.

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