Mehr Stillstand als Laufzeit

Nach über 710 Tagen ist es den Betreibern von Freden1 doch noch gelungen, die nun knapp zwei Jahre stillstehende Anlage wieder in Betrieb zu nehmen. Damit stand die Anlage bisher länger als sie jemals gelaufen ist – sie ging Ende Juli 2014 in Betrieb und war damit bisher um die 560 Tage aktiv.

In der Zeitung wird gerne beschrieben, dass Sie 2000 Haushalte mit Strom versorgen könnte. Das stimmt natürlich nicht. Denn damit das klappen könnte, müssten immer optimale Windbedingungen herrschen. Rund um die Uhr. Und die Haushalte müssten gleichmäßig den Strom der Anlage beziehen. Da niemand von uns Backofen, Föhn und Fernseher rund um die Uhr laufen lassen möchte, ist die Zahl daher eher eine Zahlenspielerei, die mit der Realität nichts zu tun hat.

Am 17. Januar sind nun die beiden Autokräne zurück nach Goslar und der Mega-Kran weiter zu seinem nächsten Einsatz gereist. Der ist übrigens wahrscheinlich in Portenhagen bei Dassel. Denn auch dort müssten die Rotorblätter an augenscheinlich zwei Anlagen des gleichen Typs ausgetauscht werden. Gerüchten zu folge sollen insgesamt bis zu 30 Anlagen des Herstellers VENSYS einen Riss auf Grund mangelnder Verarbeitung der Rotorblätter erlitten haben. Die Anlage selbst ging wahrscheinlich am 26.01. wieder in einen Testbetrieb.

Und der Müll? Die offiziellen Zahlen zum Gewicht eines Rotorblatts liegen nicht vor, allerdings kann bei einem Rotorgewicht von 71 Tonnen (Quelle: AZ) und dem Vergleich mit anderen Anlagen (z.B. EnerCon) davon ausgegangen werden, dass ein Rotorblatt um die 17 Tonnen wiegt. 30 Anlagen * 3 Rotorblätter * 17 Tonnen bedeutet dann, dass 1.530 Tonnen(!) Müll in Form alter Rotorblätter angefallen sind. Laut statistischem Bundesamt sind z.B. im Jahr 2015 pro Einwohner 559kg Haushaltsmüll angefallen. Die zu entsorgende Menge an Sondermüll entspricht damit dem Jahresmüllaufkommen kommen von über 2730 Bürgern.