800 Millionen Euro unnötige Kosten für fast 1% mehr CO2

Wie man eine Energiewende nicht sinnvoll gestaltet, zeigt Deutschland einmal mehr (ARD-Bericht): Die Verbraucher haben auch im Jahr 2016 mehrere hundertmillionen Euro für die Überproduktion bzw. Überkapazität an erneuerbaren Energien bezahlt. Insgesamt 800 Millionen Euro wurden auf die Stromkunden umgelegt, weil der theoretisch erzeugbare Strom nicht von den Netzen aufgenommen werden konnte.

Das zeigt in der Praxis einmal mehr, dass das gerne genutzte Rechenbeispiel „diese Anlage kann ein Dorf/eine Stadt wie XY mit Strom versorgen“ weiterhin eine Augenwischerei und technisch nicht haltbar ist.

Die Überkapazität im Norden und der eigentliche Stromverbrauch im Süden führt dazu, dass im Süden Deutschlands weiterhin Kohlekraftwerke (eigentlich) unnötig laufen, um den dortigen erhöhten Strombedarf zu decken. Auch das führt dazu, dass der CO2-Ausstoß in Deutschland im Jahr 2016 erneut um fast 1% gestiegen ist, statt -wie als Ziel der Energiewende definiert- zu sinken. Mit Klimaschutz hat das auch 16 Jahre nach dem Start der Energiewende wenig zu tun.

Ziel der Energiewende sollte sein, den CO2-Ausstoß zu verringern, versprochen war zudem, dass die Energiewende jeden durchschnittlichen Haushalt „nicht mehr im Monat kostet als eine Kugel Eis“ (Jürgen Trittin / Grüne, Bundesumweltminister 2004).

Nach einer Berechnung am Institut für Wirtschaftsökonomik (Uni Düsseldorf; 2015) werden die Gesamtkosten der zur Zeit politisch vertretenen Energiewende bis zum Jahr 2025 bei 520 Milliarden (520.000.000.000) Euro liegen – schon heute sind es etwa 125 Millarden Euro alleine für die EEG-Umlage. Eine vierköpfige Familie wird dann über 25.000€ für die Energiewende bezahlt haben – das sind sehr teure Kugeln Eis.

Und das eigentliche Ziel der „Energiewende“ wird weiterhin verfehlt. Die BI DIALOG|WINDKRAFT (und viele andere Verbände) weisen seit Jahren darauf hin, dass der eingeschlagene Weg in die falsche Richtung läuft. Subventionen (wie EEG) müssen zunächst in die Erforschung von Speicherkapazitäten und den Ausbau von Netzen fließen. Erst dann darf der weitere Ausbau mit Kraftwerken (z.B. Windkraftanlagen) wieder in den Fokus genommen werden. Vor allem nach dem der Start der Energiewende schon 16 Jahre zurück liegt, stellt sich die Frage, weshalb nicht das vorliegende Zahlenmaterial neutral bewertet und an den richtigen Stellen nachjustiert wird, wenn wirklich die Einsparung von CO2 das oberste Ziel dieser Politik sein sollte.

Die aktuelle Energiewende ist und bleibt ein reines Subventionsprogramm vorrangig für die Hersteller und Betreiber von Windkraftanlagen. Und sie geht auf Kosten der Bürger, die durch den massiven Zubau der überdimmensional großen Anlagen einen Teil der Lebensqualität besonders im ländlichen Raum verlieren. Vor allem aber blockiert sie durch falsche Marktanreize auch die sinnvolle Erforschung von Techniken, die eine wirkliche Energiewende als Grundlage haben müsste.

Quellen: