Störende Höhen?

Wie dicht dürften Windkraftanlagen an die Wohnbebauung heran reichen? In einer interessanten (und sinnvollen) Urteilsbegründung vertritt das Verwaltungsgericht Freiburg die Auffassung, dass nicht die Höhe der Anlage, sondern die überstrichene Fläche der Rotoren die eigentliche Störquelle sind. Der oft propagierte Leitsatz „2H“ (also doppelte Anlagenhöhe als Mindestabstand) wird damit in Frage gestellt.

Das Verwaltungsgericht führt weiterhin aus, dass auch beim Bau auf einer Anhöhe die erhöhte Bebauung zusätzlich in die Prüfung einzubeziehen ist. Der Beschluss wird nun in weiteren Instanzen zu prüfen sein, er hat in jedem Fall aber schon jetzt eine wichtige Signalwirkung hin zu einer sauberen und gleichberechtigten Abwägung von Schutzinteressen.

Die Anlage „Freden 1“ steht auf einer Höhe von 162 m NN. Meimerhausen liegt auf 96 m NN (also 66 Meter tiefer). Zusammen mit der Anlagenhöhe befindet sich die Narbe der Anlage also in einer Höhe von über 200 Metern und die oberen Rotorspitzen auf 262 Metern Höhe. Die Rotoren überstreichen dabei eine Fläche von 9.852 m² (PI*r² bei r=56).

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