Studien zur Wirkung von Infraschall auf Mensch und Tier

Der Wissenschaftliche Dienst des deutschen Bundestags hat sich in Drucksache WD8-3000-099/19 mit der Wirkung von Infraschall auf Menschen und Tieren beschäftigt.

Infraschall wird von Windkraftanlagen in nicht unerheblichem Maße erzeugt und ist unserer Meinung nach vor allem durch die immer dichter werdenden Abstände zwischen den Anlagen und Wohnbebauung eins der beiden wichtigsten Themen rund um die “Energiewende”.

Der Bericht führt mehrere Studien auf, die deutlich machen, dass die gerne genutzte Aussage “Infraschall kann der Mensch nicht hören, daher ist er auch nicht schädlich” klar falsch ist. Spätestens jetzt sollte das auch dem letzten Politiker klar sein bzw. niemand kann mehr sagen, dass er nicht um mögliche schädliche Auswirkungen des Schalls auf den menschlichen Organismus gewusst haben.

Das richtige Signal seitens der Politik wäre jetzt, ein Moratorium für den Ausbau der Windkraft zu verhängen und mit Nachdruck die Forschung zu Auswirkungen des Schalls auf Mensch und Tier voran zu treiben. Ansätze dazu finden sich bereits in der Dokumentation des Wissenschaftlichen Dienstes.

Die Dokumentation kann direkt auf der Seite des deutschen Bundestags heruntergeladen werden. Aus Gründen des Urheberrechts verlinken wir und können den Bericht nicht direkt bei uns online stellen.

Der Bericht ist entweder über die Suche der Bundestags-Website zu finden (Dokumentation, erschienen 12.08.2019)
https://www.bundestag.de/analysen

oder direkt über diesen Link heruntergeladen werden:

https://www.bundestag.de/resource/blob/657038/05e0a36c803110ae446a7c04dc4e1f6a/WD-8-099-19-pdf-data.pdf

Rotmilan auch lokal bedroht?

Werden Rotmilane im Landkreis Hildesheim systematisch vertrieben? Und ist es ein Zufall, dass es Hinweise dazu genau aus zwei Regionen im Landkreis (eine davon ist Freden) gibt?

Diese Frage wirft ein Bericht aus der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung auf, der kürzlich auch auf der Internetseite des Ornithologischen Verbandes Hildesheim (OVH) erschienen ist:

Rotmilan im Sinkflug – Geschützte Greifvögel in Gefahr

Die ersten Rotmilane sind aus ihrem Winterquartier zurück. Vor kurzem wurden bei uns wieder diese schönen Greifvögel gesichtet. Und die erste Rotmilansichtung erreichte uns aus Freden. Mittlerweile sind daraus schon mehrere Sichtungen geworden, so dass wir auf ein erfolgreiches Brutjahr hoffen. Nach der verregneten letzten Saison würde es der örtlichen Rotmilan-Population sehr gut tun.

Um so wichtiger ist es jetzt wieder gemeinsam für den Schutz der Rotmilane einzustehen!

Insbesondere in Anbetracht der bisherigen Ereignisse. Wie bekannt wurden im Frühjahr 2016 massive Störungen eines Rotmilanhorstes beobachtet, z.T. auch gehört und von verschiedenen Personen an uns gemeldet. Entsprechend groß ist auch 2018 unsere Verantwortung für die Rotmilane, welche unter Naturschutz stehen*.

Die geschützten Tiere kehren in der Regel ab Februar in die Reviere zurück und beginnen ab März mit der Balz. Ende März/Anfang April beginnen die Weibchen dann mit der Brut. Daher ist es wichtig, sich vor allem im April und Anfang Mai an Waldrändern ruhig zu verhalten. Anderenfalls besteht die Gefahr, dass die brütenden Vögel aufgescheucht werden, was für die Tiere einerseits sehr viel Energie kostet und andererseits die Eier auskühlen lässt. Das würde den Tod der noch nicht geschlüpften Rotmilanküken bedeuten – besonders bei noch sehr niedrigen Temperaturen. Unsere lokale Population kann dadurch extrem gefährdet werden.

Der Rotmilan ist bei Windkraftprojekten oft ein Hindernis oder sogar ein KO-Kriterium, wenn sich ein Horst näher als 1.500 m am geplanten Standort einer Windkraftanlage befindet*. Aber auch der Flugkorridor zum Horst oder sogar das Nahrungshabitat, in dem der Rotmilan oder andere Greifvögel ihre Beute jagen, kann für einen Projektierer von Windkraftanlagen ungünstig liegen. Vor diesem Hintergrund ist schon oft ein Horst plötzlich “verschwunden”.

Anstatt die Horste zu zerstören, werden häufig in Kenntnis des obigen Sachverhaltes Horstbäume auch einfach und unauffällig schlicht “abgeklopft”. Das Abklopfen des Horstbaumes ist eine gängige Methode, um den brütenden Vogel zum Abflug vom Horst zu bewegen. Ziel des Störenden ist es, dass der Altvogel nicht wieder zum Horst zurückkehrt und die Eier erkalten. Frische Schlagspuren sind meist deutlich z.B. durch Abdrücke von Metallstangen in der Rinde, Trittspuren oder Reste von Fasern genutzter Äste zu erkennen. Selbst Trampelpfade durch häufiges Besuchen des Horstbaums lassen sich oftmals ausmachen.*

Nicht nur die Zerstörung von Rotmilan-Horsten im Rahmen der Planung von Windkraftanlagen, sondern auch das Stören und erst recht das vorsätzliche Stören von Greifvögeln stellt eine Straftat dar, die mit bis zu 5 Jahren Gefängnis und/oder bis zu 50.000 € Geldstrafe geahndet werden kann!* Schon das mutwillige häufige Befahren von Waldwegen in der Nähe von Greifvogelhorsten kann übrigens bei Sachkenntnis als strafbarer Tatbestand angesehen werden.

Bei Verdacht auf eine illegale Verfolgung von Greifvögeln sollte daher sofort die Polizei direkt eingeschaltet und zusätzlich ein entsprechender Naturschutzverband  informiert werden. Wir empfehlen hier den “Ornithologischen Verein zu Hildesheim” (OVH) in dem auch der in Freden bekannte Vogelexperte Mr. Alistair Hill aktives Vorstandsmitglied ist. Gerne nehmen natürlich auch wir als BI Informationen entgegen, prüfen sie und leiten sie entsprechend weiter.

Trotz all diesen Gefahren drücken wir dem Rotmilan die Daumen für eine erfolgreiche und ungestörte Aufzucht der Jungen. Da es zwischen Wispenstein und Freden nach wie vor Planungen zu weiteren Mega-Windkraftanlagen gibt, sollten wir alle gerade jetzt besonders wachsam sein.

In diesem Zusammenhang möchten wir gern nochmal auf unseren letzten Artikel hinweisen. “Augen auf für den Rotmilan”

Quelle: https://www.leineblitz.de/aktuelles/datum/2018/03/16/rotmilan-erfassung-im-landkreis-hildesheim/ (stand auch in der Kehrwieder am Sonntag vom 19.03.2018)


Weitere Quellen zu unserem Artikel

Informationen zum Schutzstatus von Vögeln gibt die
WISIA-Datenbank des Bundesamts für Naturschutz:

Informationen zum Bestand des Rotmilans:
Artikel zum Rotmilan auf WIKIPEDIA

Die PROGRESS-Studie und Begleitmaterial:
http://bioconsult-sh.de/de/projekte/progress/

Anzahl installierter Windkraftanlagen Ende 2017 auf der offiziellen Seite des Bundesverbands Windenergie: https://www.wind-energie.de/infocenter/statistiken/deutschland/windenergieanlagen-deutschland

Empfohlene Abstände von Horsten zu Windkraftanlagen im “Helgoländer Papier” der “Länderarbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten”:
http://www.vogelschutzwarten.de/windenergie.htm
(Download für Niedersachsen im unteren Teil der Seite)

Bestände und Rückgänge des Greifvogelbestands, Straftatbestände:
http://www.greifvogelverfolgung.de/content/leitfaden-greifvogelverfolgung
http://www.greifvogelverfolgung.de/content/veroeffentlichungen

Rotmilan als Hindernis für den Windkraftausbau:
https://www.nabu.de/news/2015/12/19931.html
https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/energie/erneuerbare-energien-energiewende/windenergie/06358.html

Fotos von Rotmilanen (im Artikel nicht genutzt)
http://www.brodowski-fotografie.de/beobachtungen/rotmilan-bilder.html

Augen auf für den Rotmilan

Der OVH (Ornitologischer Verband Hildesheim) führt in diesem Jahr wieder eine Rotmilan-Erfassung durch. Erfasst werden Tiere, ihre Nahrungshabitate (also wo die Tiere jagen) und natürlich auch Nester. Sichtungen der Tiere können gerne auch mit Ort, Datum, Uhrzeit (und ggf. Flugrichtung) direkt an uns gemeldet werden, wir leiten sie entsprechend an den OVH weiter.

Der Rotmilan ist weiterhin in seiner Art bedroht und streng geschützt. Es ist daher unser aller Aufgabe, diese majestätischen und wertvollen Tiere in ihrer Art zu erhalten. Auch Windkraftprojekte müssen auf die Tiere Rücksicht nehmen. Um so wichtiger ist es, ihre Art realistisch zu erfassen und bewerten. Jeder Hinweis (auch einzelne Sichtungen) sind wichtig.

Weitere Informationen zum Rotmilan und seinem Schutzstatus gibt es hier: https://nrw.nabu.de/natur-und-landschaft/landnutzung/jagd/jagdbare-arten/greifvoegel/06751.html

Quelle: https://www.leineblitz.de/aktuelles/datum/2018/03/16/rotmilan-erfassung-im-landkreis-hildesheim/ (stand auch in der Kehrwieder am Sonntag vom 19.03.2018)

Mehr Stillstand als Laufzeit

Nach über 710 Tagen ist es den Betreibern von Freden1 doch noch gelungen, die nun knapp zwei Jahre stillstehende Anlage wieder in Betrieb zu nehmen. Damit stand die Anlage bisher länger als sie jemals gelaufen ist – sie ging Ende Juli 2014 in Betrieb und war damit bisher um die 560 Tage aktiv.

In der Zeitung wird gerne beschrieben, dass Sie 2000 Haushalte mit Strom versorgen könnte. Das stimmt natürlich nicht. Denn damit das klappen könnte, müssten immer optimale Windbedingungen herrschen. Rund um die Uhr. Und die Haushalte müssten gleichmäßig den Strom der Anlage beziehen. Da niemand von uns Backofen, Föhn und Fernseher rund um die Uhr laufen lassen möchte, ist die Zahl daher eher eine Zahlenspielerei, die mit der Realität nichts zu tun hat.

Am 17. Januar sind nun die beiden Autokräne zurück nach Goslar und der Mega-Kran weiter zu seinem nächsten Einsatz gereist. Der ist übrigens wahrscheinlich in Portenhagen bei Dassel. Denn auch dort müssten die Rotorblätter an augenscheinlich zwei Anlagen des gleichen Typs ausgetauscht werden. Gerüchten zu folge sollen insgesamt bis zu 30 Anlagen des Herstellers VENSYS einen Riss auf Grund mangelnder Verarbeitung der Rotorblätter erlitten haben. Die Anlage selbst ging wahrscheinlich am 26.01. wieder in einen Testbetrieb.

Und der Müll? Die offiziellen Zahlen zum Gewicht eines Rotorblatts liegen nicht vor, allerdings kann bei einem Rotorgewicht von 71 Tonnen (Quelle: AZ) und dem Vergleich mit anderen Anlagen (z.B. EnerCon) davon ausgegangen werden, dass ein Rotorblatt um die 17 Tonnen wiegt. 30 Anlagen * 3 Rotorblätter * 17 Tonnen bedeutet dann, dass 1.530 Tonnen(!) Müll in Form alter Rotorblätter angefallen sind. Laut statistischem Bundesamt sind z.B. im Jahr 2015 pro Einwohner 559kg Haushaltsmüll angefallen. Die zu entsorgende Menge an Sondermüll entspricht damit dem Jahresmüllaufkommen kommen von über 2730 Bürgern.

Kran ist da und liegt…

Der Mega-Kran ist am 19.12. in Freden eingetroffen. 30 Laster sollen ihn über Nacht gebracht haben. Nach der Montage liegt er inzwischen montiert neben dem Windrad und wartet laut Zeitungsbericht auf besseres Wetter.

Der Kran kann nur bei wenig Wind aufgerichtet werden und auch die Montage der Rotoren dürfte nur gelingen, wenn sie nicht zu doll im Wind schlingern. Wann die Montage der Rotoren nun erfolgt, ist bisher nicht bekannt.

Die Anlage Freden1 steht inzwischen seit 23 Monaten still und damit länger als sie sich bislang je gedreht hatte. Hersteller VENSYS soll es nach uns vorliegenden Informationen in über anderthalb Jahren nicht geschafft, passendes Ersatzmaterial zu beschaffen und zu liefern.

Die Tierwelt wird’s gefreut haben und es stellt sich die Frage, ob der Bereich um die Anlage von der heimischen Tierwelt nicht längst wieder als sicher empfunden wird. Spannend ist auch, ob in der Zeit geringerer Gefahren durch Flügelschlag für bestimmte Tierarten auf der Marke wieder vermehrt Rotmilane oder andere geschützte Arten geflogen sind. Hier freuen wir uns auch auf Ihre Hinweise. Sprechen Sie uns gerne an oder schreiben Sie uns über unser Kontaktformular.

Rotoren da – wo bleibt der Kran?

Tama66 / Pixabay

Am Dienstag Abend waren auf der Marke Flutlichtstrahler zu sehen. Bis in die Dämmerung hinein waren Schüttlastwagen und Maschinen im Einsatz. Wir vermuten, dass zu dieser Zeit die Wege weiter stabilisiert wurden. Denn in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch hat es Hersteller VENSYS nach knapp zwei Jahren scheinbar geschafft, Ersatz für die defekten Rotorblätter von Freden1 anzuliefern.

Nun stehen drei LKWs mit Rotorblättern an der Windkraftanlage – pünktlich zum ersten Schneefall am heutigen Donnerstag. Vom Kran ist nach unserer Kenntnis noch nichts zu sehen. Wohl aber wissen wir aus eigenen Recherchen (schon im Herbst letzten Jahres – also 2016), dass ein entsprechend dimensionierter Kran zum Austausch von Rotorblättern in 140 Metern Nabenhöhe mit einer Frist von etwa sechs Wochen zu bekommen sein soll. Wir hatten dazu direkt mit entsprechenden Anbietern gesprochen. So sind wir uns sicher, dass nicht verfügbare Kräne wohl zu keinem Zeitpunkt ein Grund für den fast zwei Jahre dauernden Austausch der defekten Rotorblätter der Anlage gewesen sind.

Grundsätzlich spricht nichts dagegen, dass die Anlage steht. Für die aktuelle -in unseren Augen weiterhin verfehlte- Energiepolitik ist das sogar sinnvoller, aber eine transparente Information von Anwohnern und Medien sieht wohl anders aus.

Gratulation: 20 Monate Stillstand von Freden1

Anfang Februar 2016 war ein Knacken von der Marke zu hören. Seitdem steht Freden 1 still. Flügelbruch. Angeblich Materialfehler der Rotoren aus Fernost. Nicht reparierbar. Lieferant der Rotoren angeblich insolvent. Dumme Geschichte.

Aber auch wenn es so war, stellt sich die Frage, weshalb der Hersteller VENSYS es bis heute nicht geschafft hat, neue Rotoren an die Anlage zu liefern. Wer wie die Mitglieder der BI DIALOG|WINDKRAFT die aktuelle Durchführung der Energiewende kritisch sieht, muss diesen Zustand begrüßen, denn der Bruch der Rotoren verhindert zumindest, dass auch Freden 1 das massive Problem der unkonstanten Stromgeneratoren für unser Stromnetz weiter erhöht. Seltsam bleibt der Fall dennoch.

Inzwischen mehren sich die Gerüchte, dass VENSYS es nach fast zwei Jahren geschafft haben soll, einen Liefertermin für die neuen Rotoren bekanntzugeben. Zu Weihnachten soll Freden 1 die neuen Rotoren haben. Wir behalten das Geschehen weiterhin im Auge. Das Foto stammt übrigens aus dem Archiv – Freden 1 ruht weiterhin gemütlich im Trudelbetrieb in der Landschaft.

Was ist eigentlich LIDAR?

… genau vor dieser Frage standen wir heute auch. An der alten Deponie bei Imsen steht LIDAR in der Landschaft. Sauber von Bauzäunen umgeben und mit einem Solar-Panel zur Energieversorgung ausgestattet. Zwei Mitglieder unserer BI wurden bei Google fündig: LIDAR ist ein System zur laserbasierten Windmessung. Mit dem System ist es nach Angabe des Anbieters BBB Umwelttechnik möglich, Windeschwindigkeiten in Höhen von über 140 Metern zu messen. Damit dürfte ein weiterer in Planung befindlicher Standort für neue eine neue Windkraftanlage bekannt geworden sein.

Wir bedauern, dass nach den (laut veröffentlichten EEG-Zahlen) schlechten Ertrag der Freden 1 weitere Anlagenplanungen in gleicher Umgebung initiiert werden. Zwar scheinen diesmal mit dem Einsatz von LIDAR die Hausaufgaben etwas besser gemacht zu werden, als es bei Freden 1 augenscheinlich der Fall war. Dennoch stellt sich auch hier die Frage, weshalb hier weiterhin Profit-Interessen gegen den Wunsch vieler Bürger nach einer objektiven Auswertung aktueller Technik der Energiewende und der wissenschaftlichen Würdigung möglicher gesundheitlicher Risiken (Infraschall) durchgesetzt werden sollen. Ganz zu schweigen vom Landschaftsbild…