820.000 Euro Strafzinsen

Zur rechtzeitigen Auszahlung der EEG-Umlage an die Betreiber von Windkraft- und anderen Anlagen gibt es ein Sammelkonto, auf dem diese Umlage geparkt wird. Der Kontostand dieses Konto betrug z.B. im Juni 2017 um die 4.9 Milliarden Euro. Durch die Negativzinspolitik der EU führt das dazu, dass nur für Juni bereits 820.000 Euro an Strafzinsen gezahlt werden mussten.

Es sind also im Rahmen des EEG 820.000 Euro einfach so verpufft. Der Krippenanbau in Freden wäre damit z.B. bezahlbar gewesen, ebenso viele andere sinnvolle Projekte (auch zum Klimaschutz).

Quelle: http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/oekostrom-umlage-strafzins-auf-eeg-milliarden/20066028.html

 

Es dreht sich…

Die neue Windkraftanlage in Eyershausen scheint am Netz – die Rotoren drehen sich. Zwei der alten Anlagen sind inzwischen bereits im Abbau. Im Rahmen des „Repowerings“ können alte Anlagen gegen neue Anlagen ersetzt werden. Der Rückbau ist daher meist eine notwendige Auflage im Rahmen des Genehmigungsverfahrens.

Der Standort dort gilt als deutlich sinnvoller als der „Auf der Marke“ direkt bei Freden. Aber ob die Bewohner von Eyershausen sich der Größe einer modernen Windkraftanlage bewusst waren, als es die Möglichkeit zur Bürgerbeteiligung und Einwand gab, ist unwahrscheinlich.

Wie gut die Produktionszahlen für die neue Anlage ausfallen, wird sich in den kommenden Jahren zeigen. Fest steht: Solange eine Speicherung überschüssig erzeugter Energie nicht gewährleistet werden kann, trägt auch die neue Anlage in Eyershausen nicht zu einer Reduktion von CO2 und damit einer echten Energiewende bei, sondern ist nur ein weiteres -sehr weit sichtbares- Zeichen einer immer noch fehlgesteuerten Energiewende in Deutschland.

800 Millionen Euro unnötige Kosten für fast 1% mehr CO2

Wie man eine Energiewende nicht sinnvoll gestaltet, zeigt Deutschland einmal mehr (ARD-Bericht): Die Verbraucher haben auch im Jahr 2016 mehrere hundertmillionen Euro für die Überproduktion bzw. Überkapazität an erneuerbaren Energien bezahlt. Insgesamt 800 Millionen Euro wurden auf die Stromkunden umgelegt, weil der theoretisch erzeugbare Strom nicht von den Netzen aufgenommen werden konnte.

Das zeigt in der Praxis einmal mehr, dass das gerne genutzte Rechenbeispiel „diese Anlage kann ein Dorf/eine Stadt wie XY mit Strom versorgen“ weiterhin eine Augenwischerei und technisch nicht haltbar ist.

Die Überkapazität im Norden und der eigentliche Stromverbrauch im Süden führt dazu, dass im Süden Deutschlands weiterhin Kohlekraftwerke (eigentlich) unnötig laufen, um den dortigen erhöhten Strombedarf zu decken. Auch das führt dazu, dass der CO2-Ausstoß in Deutschland im Jahr 2016 erneut um fast 1% gestiegen ist, statt -wie als Ziel der Energiewende definiert- zu sinken. Mit Klimaschutz hat das auch 16 Jahre nach dem Start der Energiewende wenig zu tun.

Ziel der Energiewende sollte sein, den CO2-Ausstoß zu verringern, versprochen war zudem, dass die Energiewende jeden durchschnittlichen Haushalt „nicht mehr im Monat kostet als eine Kugel Eis“ (Jürgen Trittin / Grüne, Bundesumweltminister 2004).

Nach einer Berechnung am Institut für Wirtschaftsökonomik (Uni Düsseldorf; 2015) werden die Gesamtkosten der zur Zeit politisch vertretenen Energiewende bis zum Jahr 2025 bei 520 Milliarden (520.000.000.000) Euro liegen – schon heute sind es etwa 125 Millarden Euro alleine für die EEG-Umlage. Eine vierköpfige Familie wird dann über 25.000€ für die Energiewende bezahlt haben – das sind sehr teure Kugeln Eis.

Und das eigentliche Ziel der „Energiewende“ wird weiterhin verfehlt. Die BI DIALOG|WINDKRAFT (und viele andere Verbände) weisen seit Jahren darauf hin, dass der eingeschlagene Weg in die falsche Richtung läuft. Subventionen (wie EEG) müssen zunächst in die Erforschung von Speicherkapazitäten und den Ausbau von Netzen fließen. Erst dann darf der weitere Ausbau mit Kraftwerken (z.B. Windkraftanlagen) wieder in den Fokus genommen werden. Vor allem nach dem der Start der Energiewende schon 16 Jahre zurück liegt, stellt sich die Frage, weshalb nicht das vorliegende Zahlenmaterial neutral bewertet und an den richtigen Stellen nachjustiert wird, wenn wirklich die Einsparung von CO2 das oberste Ziel dieser Politik sein sollte.

Die aktuelle Energiewende ist und bleibt ein reines Subventionsprogramm vorrangig für die Hersteller und Betreiber von Windkraftanlagen. Und sie geht auf Kosten der Bürger, die durch den massiven Zubau der überdimmensional großen Anlagen einen Teil der Lebensqualität besonders im ländlichen Raum verlieren. Vor allem aber blockiert sie durch falsche Marktanreize auch die sinnvolle Erforschung von Techniken, die eine wirkliche Energiewende als Grundlage haben müsste.

Quellen:

Störende Höhen?

Wie dicht dürften Windkraftanlagen an die Wohnbebauung heran reichen? In einer interessanten (und sinnvollen) Urteilsbegründung vertritt das Verwaltungsgericht Freiburg die Auffassung, dass nicht die Höhe der Anlage, sondern die überstrichene Fläche der Rotoren die eigentliche Störquelle sind. Der oft propagierte Leitsatz „2H“ (also doppelte Anlagenhöhe als Mindestabstand) wird damit in Frage gestellt.

Das Verwaltungsgericht führt weiterhin aus, dass auch beim Bau auf einer Anhöhe die erhöhte Bebauung zusätzlich in die Prüfung einzubeziehen ist. Der Beschluss wird nun in weiteren Instanzen zu prüfen sein, er hat in jedem Fall aber schon jetzt eine wichtige Signalwirkung hin zu einer sauberen und gleichberechtigten Abwägung von Schutzinteressen.

Die Anlage „Freden 1“ steht auf einer Höhe von 162 m NN. Meimerhausen liegt auf 96 m NN (also 66 Meter tiefer). Zusammen mit der Anlagenhöhe befindet sich die Narbe der Anlage also in einer Höhe von über 200 Metern und die oberen Rotorspitzen auf 262 Metern Höhe. Die Rotoren überstreichen dabei eine Fläche von 9.852 m² (PI*r² bei r=56).

LINK | http://www.landesrecht-bw.de/jportal/?quelle=jlink&docid=MWRE170005265&psml=bsbawueprod.psml&max=true&doc.part=L&doc.norm=all

Gemeinderat nimmt Punkt von der Tagesordnung

Der Gemeinderat hat den Tagesordnungspunkt 28 (den abschließenden Beschluss zur 10. Änderung des Flächennutzungsplans) von der Tagesordnung der Ratssitzung am 29.03. genommen. 7 von 13 stimmberechtigten Ratsleuten stimmten für die Absetzung.

Die BI begrüßt diese Entscheidung zum jetzigen Zeitpunkt. In unseren Augen fehlt dem aktuellen Umweltbericht auf Grund der belegten Vergrämungsversuche des Rotmilans im Frühjahr 2016 die Substanz. Über eine Änderung sollte in unseren Augen erst endgültig beschlossen werden, wenn der Umweltbericht auch in Bezug auf den Rotmilan auf einer objektiven Beobachtung beruhen kann.

Finaler Beschluss der F-Planung/Windenergie für 29.03.2017 geplant

Laut Aushang am Rathaus (leider nicht unter freden.de bei den Sitzungsterminen zu finden) steht am 29. März die 10. Änderung des Flächennutzungsplans letztmalig auf der Tagesordnung im Fredener Gemeinderat.

Nach dem alle öffentlichen Beteiligungsverfahren abgeschlossen sind, sind die Mitglieder des Rats aufgefordert, die Einwände der Träger öffentlicher Belange und Fredener Bürger, sowie deren Abwägung durch das beauftrage Planungsbüro Keller, für sich zu bewerten und verantwortungsvoll im Sinne der Gemeinde abzustimmen.

Wir hoffen darauf, dass unsere gewählten Vertreter im Rat die umfangreichen Unterlagen (alleine Planung und Umweltbericht hatten bei der ersten Auslegung bereits über 60 Seiten) vor ihrer Abstimmung wirklich durcharbeiten und vorbereitet in diese wichtige Abstimmung gehen. Vor allem sollten Sie allen Bürgerinnen und Bürgern in der Sitzung bzw. auch danach Rede und Antwort zu ihrer Entscheidung stehen können.

Die Sitzung findet am Mittwoch, 29. März um 19:00 Uhr im Hotel Steinhoff statt.

An Ratssitzungen kann jeder Bürger teilnehmen (alle Beschlüsse zu Windenergie wurden nach unserer Kenntnis bisher im öffentlichen Teil der Sitzungen gefasst). In der Vergangenheit bot der Rat im Vorfeld wichtiger Abstimmungen zudem allen Besuchern die Möglichkeit, weitere Fragen zu stellen und Hinweise an die Mitglieder zu geben.

 

Treffen mit Bürgermeister

Am 07.03. haben sich Vertreter der BI mit dem Fredener Bürgermeister Heimann zu einem Austausch getroffen. In entspannter Atmosphäre wurden Eindrücke und Standpunkte rund um die Energiewende ausgetauscht.

Herr Heimann wies im Rahmen des Gesprächs noch einmal darauf hin, dass er sich als Bürgermeister stets neutral -auch zu energiepolitischen Themen- verhält, aber für eine große Transparenz behördlicher Abläufe steht. Dazu zählt auch die Einführung eines Rats-Informationssystems, in dem Bürger sich über aktuelle Themen und Beschlüsse der Räte in der Einheitsgemeinde informieren können.

Die BI begrüßt diesen wichtigen Schritt und dankt Herrn Heimann für das interessante Gespräch.

Südlink meidet Freden

Tennet als Planer der Südlink-Trasse hat am 07.03.2017 seine neue Korridorplanung vorgestellt. Priorität hat nun die Ost-Trasse, die an der A7 bei Seesen verläuft. Nur noch als Alternative wird ein Trassenverlauf an der B3 (Delligsen, Varrigsen, Ammensen, Stroit) benannt. Die als Varianten 62/63 benannten Teilstücke bei Ohlenrode stehen nicht mehr im Fokus und werden nur noch als „weitere Korridore“ geführt.

Südlink wird notwendig, da es im Norden keine Abnehmer für Strom aus dem massiven Zubau von Windkraftanlagen gibt. Der Strom muss daher in den Süden transportiert werden. Hierzu gibt es bislang keine Infrastruktur, Südlink soll das ändern.

Dazu wird auch ein Leistungsverlust von mindestens 10% in Kauf genommen. Wird im Norden 1000 kWh an Strom eingespeist, werden über die Strecke ca. 100 kWh ungenutzt in Wärme umgewandelt und nur 900 kWh kommen am Ziel an. Würde die Energie in der Nähe der Verbraucher erzeugt, könnten diese 10% Verlust deutlich reduziert werden.

Live-Map zur Stromerzeugung

Wo kommt unser Strom in diesem Moment her? Wie viel CO2 stößt Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern der EU in diesem Moment aus? Einen tollen Live-Überblick liefert das Projekt „ElectricityMap“. Auf einer Karte ist live zu sehen, welche CO2-Emissionen durch die aktuelle Stromproduktion entstehen und welche Länder überschüssigen Strom in anderen Länder exportieren. Zuschaltbar sind zudem Windströmungen und die aktuelle Bewölkung/Sonnenschein.

Der interessante Liveblick findet sich hier: https://electricitymap.tmrow.co

Beim Verfassen dieses Artikels (19.01.2017 / 11:10 Uhr) gehört Deutschland z.B. mit einem ungefähren CO2-Ausstoß von 520g/kWh zu den traurigen Spitzenreitern in Europa. Das liegt vor allem auch daran, dass in diesem Moment 49% des Stromangebots aus Kohlekraft gewonnen werden. Windkraft erzeugt gerade einmal 5,41GW an Leistung, das entspricht 8% der in Deutschland installierten Windkraftleistung. Dennoch kommt es zu einem Stromexport. Aktuell werden z.B. 1,07GW an Österreich, 2GW an die Schweiz, je um 1GW an die Tschechei + Niederlande und 60MW an Frankreich exportiert. Es kommt also wieder zu einer Überpoduktion und damit in der Regel auch zu einem Fall der Börsenpreise für Strom. Oft zahlt Deutschland (bzw. der Stromkunde) in diesen Situationen zunächst die deutlich teureren EEG-Strom an die Anlagenbetreiber und im Anschluss noch einmal an die Abnehmer für die Entsorgung der Überproduktion. Absurd wird es dann, wenn Wind- und Sonne ausbleiben und im Netz zu wenig Strom wäre. Dann wird der vorher entsorgte Strom zurückgekauft – in diesem Moment hat der Stromkunde ihn drei Mal (Erzeugung, Entsorgung, Rückkauf) bezahlt. Auch hier zeigt sich wieder, dass die aktuelle Energiepolitik an einer echten Energiewende und vor allem am Markt vorbei geplant und bis heute verteidigt wird.

Sondermüll

Projektierer und Betreiber sind sich einig: „Windkraftanlagen können selbstverständlich recycelt werden“. Ganz anders sieht das Herwart Wills, Manager des bekannten und weltweit arbeitenden Abfallentsorgers REMONDIS.

So werden z.B. für die Rotoren von Windkraftanlagen oft Carbonfasern mit Harzen verklebt. Diese Verbindung lässt sich später nicht mehr lösen und auch nicht verbrennen. In Deutschland stehen bereits über 25.000 Windkraftanlagen – also über 75.000 Rotorblätter mit einem Gewicht von z.T. über 25 Tonnen/Stk. Sie werden im Zuge des „Repowerings“ meist nach spätestens 20 Jahren ausgetauscht – im Fall von „Freden1“ sogar schon nach zwei Jahren. Zurück bleibt Sondermüll.

So warnt auch Wills vor High-Tech-Müllkippen durch die Energiewende und weist auf ein neues ungelöstes Entsorgungsproblem hin. Sicherlich ist es nicht so groß, wie bei Brennstäben, aber angesichts der Masse an Rotoren auch keinesfalls zu ignorieren.

Es zeigt sich in unseren Augen wieder einmal, dass die aktuelle „Energiewende“ in Deutschland wenig durchdacht und strukturiert abläuft. Durch EEG-Umlagen und Abnahmegarantie werden vollkommen falsche Marktanreize gesetzt, der Lebenszyklus der Anlagen ist unvollständig betrachtet und die notwendige Entwicklung von Speichertechniken (zum Ausgleich fehlender Grundlastfähigkeit) steht weiterhin zu wenig im Mittelpunkt.

Quellen: